, Vrena Moritzi

11. Juni 2025 Exkursion ins Zürcher Weinland

 

Auf wunderbar verschlungenen Wegen und weitab der Autobahn führte unsere Fahrt zu unserem ersten Ziel im zürcherischen Benken auf den Bio-Beerenhof der Gebrüder Räss, wo wir sehr herzlich empfangen wurden.
In einer Einführung erfuhren wir von Simon Räss, wie die Idee seiner Masterarbeit von der Umstellung des Betriebs seines Vaters von Ackerbau mit Kartoffeln, Getreideanbau, Schweinemast, Reben und Milchwirtschaft zu einem Betrieb von Bio-Beeren und Bio-Reben umgeplant und schlussendlich auch umgesetzt wurde.
Die vorhandenen sandigen Böden und die to­pografisch günstige Lage in der grossen Schleife des Rheins sind optimal für die Umstellung, und so bewirtschaften nun Si­mon, sein Bruder Christoph und ihre Part­nerinnen wie auch noch die Eltern einen Betrieb von 50 ha, wovon 20 ha dazu ge­pachtet sind. Die Brüder sind stolz darauf, dass sie nun nach 6 Jahren schwarze Zahlen schreiben können bei den doch sehr heiklen Produkten wie Erdbeeren, Jo­hannisbeeren, Himbeeren, Aroniabeeren und Reben. Dazu gehören aber auch noch diverse Spezial- und Nischenprodukte wie Sanddorn, Maibeere, Goji-Beeren und Fel­senbirne.
Zur Gaudi aller Teilnehmenden wurden wir dann auf einem Ladeanhänger sitzend mit dem Traktor durch die weitläu­fige Anlage gefahren und konnten uns so selbst über den Reifegrad der verschiede­nen Beerenarten überzeugen.
Beindruckt von der ganzen Organisation mit dem Einsatz der vielen Erntehelfer wie auch den von Christoph Räss selbst entwickelten Erntemaschinen und den noch an­stehenden Projekten für die Zukunft hiess es nach einem währschaften Zmittag auf­brechen zum nächsten Ziel, nicht ohne vorher im schmucken Hofladen noch einen Einkauf getätigt zu haben.

Wir fuhren über die Kantonsgrenze in den Thur­gau nach Oberneunforn, wo uns Oskar Kradolfer mit viel Engagement und Herzblut einen kurzen Einblick in die Geschichte der Kirche und des Dorfers vermittelte.

Gemütlich streiften wir danach durch das schmu­cke Dorf, um dann in der Schmitte von Marek Krähenbühl über die Kunst des Schmiedens un­terrichtet zu werden. Er demonstrierte vor unse­ren Augen, wie aus einem Stück Eisen, das er in der offenen Esse zum Glühen gebracht hat, auf dem Amboss mit kraftvollen und rhythmischen Hammerschlägen unter sprühenden Funken ein kleiner Kunstgegenstand geformt werden kann. Herr Krähenbühl ist ein guter Erzähler mit blumi­ger Sprache und ausgeschmückt mit vielen Anekdoten. Man merkt gleich, wie stolz er auf sein Handwerk ist und wie sehr er es bedauert, dass auch dieser Beruf mangels Nachfrage nicht mehr in einer Lehre gelernt werden kann.

Dem Wetter angemessen verschlug es uns dann noch in den Weinkeller eines Bio- Rebbauern in Ossingen, wo wir die Ergebnisse der letzten Ernte degustieren und den Keller mit der supermodernen Abfüllanlage besichtigen durften.

Dieser erlebnisreiche Tag hat unser Vorstandsmitglied Lotti Heller für uns ausge­dacht und auf die Beine gestellt, wofür ihr unser herzlicher Dank gebührt.

Vrena Moritzi